Übernachtung im Schäferwagen

Wieder einmal sind wir über das Wochenende weg. Im Moment lebe ich tatsächlich nach dem Motto: do more of what makes you happy. 😉

Dieses Mal ist es aber ein Geburtstags- und Hochzeitstagsgeschenk in einem. Wir fahren Freitagnachmittag gegen 16 Uhr in Köln los und sind zwei Stunden später in Bad Berleburg. Das Wetter ist sonnig und als wir unser Auto auf dem Wanderparkplatz abgestellt haben empfängt uns zuerst einmal Ruhe. Sehr schön! Nach einer kurzen Wanderung erreichen wir “unseren” Schlafplatz für die nächsten beiden Nächte: einen Schäferwagen! (Ich bin bei der Suche nach ungewöhnlichen Übernachtungsmöglichkeiten auf die Webseite von Heidi Dickel gestoßen, die diese Art von Übernachtungen und noch vieles mehr in Bad Berleburg anbietet).

Nachdem wir den Schlüssel aus dem Tresor genommen haben und die Türe ganz gespannt öffnen, erwartet uns ein toller Anblick:

Der Tisch ist liebevoll gedeckt und der Wagen supersüß eingerichtet! Nach Aufsuchen der Campingtoilette und Ablegen der Rucksäcke setzen wir uns auch gleich an den gedeckten Tisch und lassen es uns schmecken! Nach dem Spülen gehen wir noch eine kleine Runde durch den Wald und dann setzen wir uns mit einem Bierchen und einem Glas Wein auf die Terrasse und genießen den Sonnenuntergang… ein paar Leute kommen beim Spaziergang mit Hund am Wagen vorbei, sonst ist niemand zu sehen und es ist ganz ruhig, bis auf ein paar Vögel.

Der Himmel ist ganz klar und es wird kalt diese Nacht- aber da wir den Wetterbericht verfolgt haben, sind wir natürlich vorbereitet und außerdem gibt es im Wagen auch noch Sitzfelle für die Terrassenstühle und Wolldecken, in die man sich einkuscheln kann, so dass wir sitzen bleiben, bis wir die Sterne sehen können. Schön ist es hier!

Nach einer ruhigen Nacht sind wir -wie üblich – mal wieder früh wach. Wir kochen uns schnell einen Tee und Kaffee und setzen uns damit auf die Veranda… wann kommt man schon mal dazu, so früh am Morgen im Wald zu sein? Nach dem ersten Kaffee draußen wird es uns aber doch zu frisch und wir frühstücken drin und schmieren uns auch noch ein Brot für das Picknick unterwegs – weil heute ist natürlich Wandern angesagt, wenn man schon im Rothaargebirge ist, wollen wir das auch ausnutzen. Außerdem soll das Wetter toll werden! Um 9:30 Uhr sind wir also auf dem Weg. Wir haben uns natürlich vorbereitet und aus der Stadtbibliothek den Kompass-Wanderführer Sauerland 2 inkl. “Activguide” ausgeliehen. Hier haben wir uns einen Rundwanderweg ausgesucht, der auch einen kleinen Teil auf dem Rothaarsteig entlang geht, den wir schon lange einmal wandern wollten. Zunächst aber geht es ein Stück auf dem Waldskulpturenweg, wo uns sofort ein großes goldenes Ei ins Auge fällt- naja, eigentlich haben wir es schon gestern Abend gesehen, aber nicht gewusst, dass es einen Waldskulpturenweg gibt! Jedenfalls ist es echt mächtig groß!

Wir folgen erst noch ein Stückchen diesem Weg und kommen dann irgendwann auf den Rothaarsteig. Um 12 Uhr habe ich Hunger! Schließlich haben wir vor 4 Stunden zuletzt was gegessen- also packen wir an einer Picknick-Ecke selbiges aus und lassen es uns schmecken!

Mmmmhhhh, lecker! Gut gestärkt geht es weiter. Als uns ein Weg etwas zu asphaltiert ist, gehen wir eine kurze Strecke querfeldein, um auf einen kleineren Weg zu stoßen und ich finde dabei ein Geweih! Natürlich muss der geliebte Ehemann es erst einmal “aufprobieren” ☺️

Ganz schön riesig das Teil! Aber nach diesem Foto-Termin legen wir es wieder zurück und gehen zu unserem Wagen zurück. Hier nehmen wir zuerst die tolle Dusche in Anspruch, danach gibt es Kaffee und Kuchen auf der Veranda – Ja, ich hatte einen kleinen Kuchen im Glas gebacken und mitgenommen 😉

Danach chillen wir ein wenig und lesen. Gegen 16:30 Uhr machen wir uns auf den Weg zu unserem Auto, um noch in die Stadt hinunter zu fahren. Okay, wir hätten natürlich auch laufen können, aber ehrlich gesagt haben mir die 14 km die wir schon hinter uns haben durchaus ausgereicht! Außerdem müssen wir ja auch wieder hin- und zurück zum/vom Auto laufen! Bevor wir zum Schloss fahren, halten wir noch kurz am Supermarkt und besorgen noch Mineralwasser, da unsere 2 Flaschen, die wir dabei hatten, schon leer sind. Dann fahren wir Richtung Schloss und finden einen Parkplatz an der Straße, in der Nähe der Kneipe wo wir nachher Abend essen wollen. Aber zunächst machen wir noch einen Bummel durch den Schlosspark und über den daran angrenzenden Goetheplatz, um dann schließlich um 18 Uhr direkt nach Öffnung in die Kneipe zu gehen. Dort ist es rustikal-gemütlich, mit Fachwerkbalken mittendrin. Wir bestellen und bekommen während der Wartezeit gute Musik aus den 80er Jahren zu hören. Als das Essen kommt (ich habe gebratenes Gemüse auf Salat und mein Mann einen Pulled-Pork Burger) sind wir hungrig und sehr zufrieden. Es ist sehr lecker!

Nichtsdestotrotz bleiben wir nicht zu lange, weil wir ja noch im Hellen zurück wollen, um ggf. noch ein paar Wildtiere zu sehen (gestern Abend haben wir “nur” einen Hasen gesehen). Als wir zurück sind und uns noch mal gemütlich auf die Veranda setzen, müssen wir allerdings feststellen, dass im Nachbarort im Tal wohl ein Discoabend oder ähnliches sein muss- man hört die Musik bis zu uns- kann sogar die einzelnen Lieder erkennen… und so gibt der Abend auch keinen Blick auf Wildtiere her. Schade! Aber es ist bedeckt und daher nicht ganz so kalt wie am Vorabend. Nach ein paar Seiten im Buch fallen mir die Augen zu und wir verbringen unsere zweite Nacht im gemütlichen Wagen. Dieser ist übrigens so gut isoliert, dass wir nichts mehr von der Musik mitbekommen, obwohl wir sogar ein Fenster gekippt haben!

Am nächsten Morgen nehmen wir unseren Kaffee und Tee auf einer Bank ein, die ein paar Meter vom Wagen entfernt steht, einen besseren Ausblick hat und werden prompt belohnt: 3 Rehe überqueren den Weg, wobei eines sogar ziemlich lange dort stehen bleibt und in unsere Richtung schaut. Leider haben wir keinen Fotoapparat zur Hand und sie sind auch relativ weit weg. So bleibt uns “nur” sie zu beobachten. Aber auch dies ist ein sehr schöner Moment. Hier ist es wirklich eine ganze Ecke ruhiger als im bergischen Land, wo man ständig auf andere Menschen trifft – was natürlich damit zusammenhängt, dass dort mehr Menschen wohnen, aber wir können es jetzt mal genießen.

Fazit: ein wunderschönes Wochenende mit dem Liebsten, Zeit im Wald verbringen wenn sonst keiner dort ist, Erholung pur, Seele baumeln lassen… unbedingt zu empfehlen!

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